Gegenwart

„Tritt frisch auf!“


Eine Zitatensammlung
Martin Luther

 

Die rechte, wahre Kirche ist gar ein kleines Häuflein, hat kein oder gar wenig Ansehen, liegt unter dem Kreuze. Aber die falsche Kirche ist prächtig, blühet und hat ein schön groß Ansehen wie Sodom.

Der Wein ist stark, der König ist stärker, die Weiber noch stärker, die Wahrheit am allerstärksten.

Nichts wird langsamer vergessen als eine Beleidigung und nichts eher als eine Wohltat.

Drei Dinge machen einen Theologen: die Meditation, das Gebet und die Anfechtung.

Ein Mensch, sonderlich ein Christ, muss ein Kriegsmann sein und mit den Feinden in Haaren liegen.

Pfaffen sollen beten und nicht regieren.

Die Wege Gottes sind wie ein hebräisches Buch, das man nur von hinten lesen kann.

Ein Christ ist ein solcher Mensch, der gar keinen Hass noch Feindschaft wider jemand weiß, keinen Zorn noch Rache in seinem Herzen hat, sondern eitel Liebe, Sanftmut und Wohltat.

Sollen die Werke gut sein, so muss zuvor der Mann gut und fromm sein, der sie tut; denn wo nichts Gutes inne ist, kommt nichts Gutes heraus.

Man soll die Christen lehren, dass es besser sei, den Armen etwas zu schenken und den Bedürftigen zu leihen, als Ablässe zu kaufen.

Gottes Wort ist kein Lese-, sondern ein Lebewort. Man muss es sich so einbilden, dass schier eine zweite Natur daraus wird.

Ein Schluck Wasser oder Bier vertreibt den Durst, ein Stück Brot den Hunger, Christus vertreibt den Tod.

Werden wir das Schwert über dem Papst zücken, so werden wir uns selber treffen.

Nicht der ist gerecht, der viele Werke tut, sondern wer ohne Werke viel an Christus glaubt.

Anfechtungen sind Umarmungen Gottes.

Bete so, als würde jedes Arbeiten nichts nutzen, und arbeite so, als würde jedes Gebet nichts nutzen.

Christen, die beten, sind wie Säulen, die das Dach der Welt tragen.

Darum hat uns Gott die Gemeinde gegeben, damit wir nicht allein sind im Kampf gegen den Teufel.

Das Evangelium ist so klar, dass es nicht viel Auslegens bedarf, sondern es will nur wohl betrachtet, angesehen und tief zu Herzen genommen sein.

Das Leben eines Christen besteht aus persönlichen Fürwörtern. Es ist eine Sache zu sagen: „Christus ist ein Retter“, aber ganz eine andere zu sagen: „Er ist mein Retter“. Der Teufel kann das Erste sagen, nur ein wahrer Christ das Zweite!

Der Glaube ist ein steter und unverwandter Blick auf Christus.

Denn man dient Gott auch durch Nichtstun, ja, durch keine Sache mehr als durch Nichtstun. Deshalb nämlich hat er gewollt, dass vor anderen Dingen der Sabbat so streng gehalten werde. Sieh zu, dass du das nicht verachtest.

Der Glaube ist nimmermehr stärker und herrlicher, denn wenn die Trübsal und Anfechtung am größten sind.

Der Mensch weiß am wenigsten von der Demut, wenn er wahrhaftig demütig ist.

Der Teufel mag uns verklagen, als wären wir die allerschlechtesten Menschen; wir werden dennoch die Gerechten sein.

Die Bibel ist gegenüber anderen Büchern wie die Sonne im Vergleich mit jedem anderen Licht.

Eine jegliche Person in der Ehe soll ihr Amt tun, das ihr gebührt. Der Mann soll erwerben, das Weib aber soll ersparen.

Die Frau sorge dafür, dass ihr Mann gerne heimkommt. Der Mann sorge dafür, dass es ihr leidtut, wenn er geht.

Die Heilige Schrift ist ein Buch, das alle Weisheit anderer Bücher zur Narrheit macht.

Die Lehre, dass man kirchliche Bußstrafen in Strafen des Fegefeuers umwandeln könne, ist ein Unkraut, das augenscheinlich gesät wurde, als die Bischöfe schliefen.

Die menschliche Vernunft lehrt nur die Hände und die Füße, Gott aber das Herz.

Die Freude ist der Doktorhut des Glaubens.

Die Welt hat nur Frieden, wenn sie von niemand gestört wird. Gott aber gibt einen Frieden, der, wenn ihn alles beunruhigt, doch alles ruhig hinnimmt und dabei tief gelassen bleibt.

Das Wort Gottes ist das größte, notwendigste und erhabenste Element des Christentums.

Das Wort Gottes ist eine Speise; wer sie isst, den hungert immer mehr danach.

Es ist mit Gottes Wort nicht zu scherzen. Kannst du es nicht verstehen, so ziehe den Hut vor ihm ab.

Einen traurigen, verzagten Menschen fröhlich zu machen, ist mehr, als ein Königreich zu erobern.

Es ist ein Unterschied, zu wissen, dass ein Gott ist, und zu wissen, was oder wer Gott ist. Das eine lehrt die Natur. Dies aber lehrt uns der Heilige Geist.

Es kostet hundertmal mehr, eine Lüge zu bestätigen, als die Wahrheit.

Friede, wenn möglich, aber die Wahrheit um jeden Preis!

Fürbitten heißt: jemandem einen Engel senden

Geschieht nicht, was wir wollen, so geschieht, was besser ist.

Gesegnet sei das Leben, darin einer nicht sich, sondern seinen Nächsten liebt und dient.

Glaube nicht alles, was du hörst; sage nicht alles, was du willst; tue nicht alles, was du magst!

Die Güte Gottes ist größer, als die Bosheit der Teufel je sein kann.

Gott nimmt von seinen Heiligen die Armut nicht weg, aber er lässt sie nicht zu groß werden und seine Frommen nicht untergehen.

Gott will haben, dass wir ungeteilt und ganz rund dem Feinde ebenso Gutes tun wie dem Freund.

Gott zum Freunde zu haben ist tröstlicher denn aller Welt Freundschaft.

Gute fromme Werke machen nimmermehr einen guten frommen Mann, sondern ein guter frommer Mann macht gute fromme Werke. Böse Werke machen nimmermehr einen bösen Mann, sondern ein böser Mann macht böse Werke.

Ich habe so viel Arbeit, dass ich nicht auskomme, ohne täglich mindestens drei Stunden meiner besten Zeit dem Gebet zu widmen.

Jede Lehre, die nicht mit der Schrift vereinbar ist, ist abzulehnen, und sollte es jeden Tag Wunder schneien.

Lustige Abendgesellschaften machen traurige Morgen.

Man kann den Leuten in einer Viertelstunde weit mehr predigen, als sie in zehn Jahren tun werden.

Nachfolge macht uns nicht zu Söhnen, sondern weil wir Söhne sind, werden wir zu Nachfolgern.

(Über das Predigen:) Tritt frisch auf, mach´s Maul auf, hör bald auf.

So ist´s um die Heilige Schrift bestellt: Wenn man meinet, man habe sie ausgelernt, so muss man erst anfangen.

Unser Paradies ist die Bibel. Und wir sollen darin leben und arbeiten wie einst die ersten Menschen im Garten Eden.

Wahre Gerechtigkeit empfindet Mitleid; falsche Gerechtigkeit Entrüstung.

Wenn ich nicht jeden Morgen zwei Stunden bete, bekommt tagsüber der Teufel den Sieg.

Wer Gott in Jesus Christus nicht findet, der findet ihn nimmermehr, er suche ihn, wo er wolle.

Wer nicht die Heilige Schrift hat, muss sich mit seinen Gedanken begnügen. Wer keinen Kalk hat, mauert mit Dreck.

Was Gott nicht hält, das hält nicht.

Wie ein Schuster einen Schuh machet und ein Schneider einen Rock, also soll ein Christ beten. Eines Christen Handwerk ist Beten!

Wir haben mehr Ursachen, uns zu freuen, als traurig zu sein, denn wir hoffen auf Gott.

Wo Gottes Wort nicht mehr gepredigt wird, wird das Volk wild.

Eine Lüge ist wie ein Schneeball; je länger man ihn wälzt, je grösser wird er.

Das Schlichte ist in allen Künsten das Schönere.

Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil.

Anstrengungen machen gesund und stark.

(Über die Verheißungen:) Bittet, rufet, schreiet, suchet, klopfet, poltert! Und das muss man für und für treiben ohne Aufhören.

Furcht tut nichts Gutes. Darum muss man frei und mutig in allen Dingen sein und feststehen.

Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht; ich würde heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.

Auf dieser Welt muss entweder bald gestorben oder geduldig gelebt werden.

Die Welt will betrogen sein, drum sei sie betrogen.

Von Arbeit stirbt kein Mensch, aber von Ledig- und Müßiggehen kommen die Leute um Leib und Leben; denn der Mensch ist zum Arbeiten geboren wie der Vogel zum Fliegen.

Welt ist Welt; sie liebt weder die Gerechtigkeit, noch duldet sie sie.

Glück betört mehr Leute als Unglück.

Jugend ist wie ein Most. Der lässt sich nicht halten. Er muss vergären und überlaufen.

Arbeiten im Lande ist besser als in der Wüste beten.

Du kannst nicht verhindern, dass ein Vogelschwarm über deinen Kopf hinwegfliegt. Aber du kannst verhindern, dass er in deinen Haaren nistet.

Für Heuchelei gibt’s Geld genug. Wahrheit geht betteln.

Ihr könnt predigen, über was ihr wollt, aber predigt niemals über vierzig Minuten.

Allein der Glaube ist des Gewissens Friede.

Wie du an Gott glaubst, so hast du ihn. Glaubst du, dass er gütig und barmherzig ist, so wirst du ihn so haben.

Der Glaube ist der Anfang aller guten Werke.

Es ist kein Mensch so böse, dass nicht etwas an ihm zu loben wäre.

Eine der schönsten und herrlichsten Gaben Gottes ist die Musik, damit man viel Anfechtung und böse Gedanken vertreibt.

Wenn du ein Kind siehst, hast du Gott auf frischer Tat ertappt.

Ein Herz voll Freude sieht alles fröhlich an, eine Herz voll Trübsal alles trübe.

Ein toter Sohn ist besser als ein ungezogener.

Die Jugend soll nicht traurig sein, sondern heiter und fröhlich. Junge Menschen sollen voll Frohsinn sein.

Die Musik ist die beste Gottesgabe – und dem Satan sehr verhasst.

Wirklich übersetzen heißt: etwas, das in einer andern Sprache gesprochen ist, seiner Sprache anpassen.

Es ist keine Tugend, edel geboren werden, sondern sich edel machen.

Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott.

Wir sind Bettler, das ist wahr.

Wenn Mose schreibt, dass Gott in sechs Tagen Himmel und Erde und was darinnen ist, geschaffen habe, so lasst das so bleiben, dass es sechs Tage gewesen sind. Kannst du es aber nicht vernehmen, wie es sechs Tage sind gewesen, so tue dem Heiligen Geist die Ehre, dass er gelehrter sei denn du. Weil es aber Gott redet, so gebühret es uns nicht, sein Wort aus Frevel zu lenken, wohin wir wollen.

Wer mit dem Geist der Traurigkeit geplagt wird, der soll aufs höchste sich hüten und vorsehen, dass er nicht allein sei.

Singen ist eine edle Kunst und Übung.

Wir sind allzu lang genug deutsche Bestien gewesen, die nicht mehr können, denn kriegen und fressen und saufen. Lasst uns aber einmal die Vernunft brauchen, dass Gott merke die Dankbarkeit seiner Güter.

Wenn der Bürgermeister seine Pflicht tut, werden kaum vier da sein, die ihn mögen.

Der Mensch bleibt närrisch bis ins vierzigste Jahr. Wenn er dann anfängt, seine Narrheit zu erkennen, ist das Leben schon dahin.

Musika ist eine halbe Disziplin und Zuchtmeisterin, so die Leute gelinder und sanftmütiger, sittsamer und vernünftiger macht.

Das Jahr kennt seinen letzten Tag, der Mensch nicht.

Der ersparte Pfennig ist redlicher als der erworbene.

Wenn der Mut bleibt und nicht gebrochen wird, so bleibt der Leib auch stark.

Die Welt ist wie ein trunkener Bauer: Hebt man ihn auf einer Seite in den Sattel, so fällt er auf der anderen Seite wieder herab.

Ich lese die Bibel, wie ich meinen Apfelbaum ernte: Ich schüttle ihn, und was runterkommt und reif ist, das nehme ich. Das andere lasse ich noch hängen.

Ein Schulmeister muss singen können.

Ich fürchte nichts, weil ich nichts habe.

Es ist auf Erden kein besser List, denn wer seiner Zungen ein Meister ist.

Man muss also strafen, dass der Apfel bei der Rute sei.

Es soll keiner einen für seinen vertrauten Freund halten, er habe denn zuvor einen Scheffel Salz mit ihm gegessen.

Jungen Leuten ist Freude und Ergötzen so vonnöten wie Essen und Trinken.

Wer Gutes tun will, muss es verschwenderisch tun.

Vollkommen sein heißt, Gott fürchten und lieben und dem Nächsten alles Gute tun.

Gegenwart
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