Zukunft

Wer wird das Tier anbeten?


Von Gary Gibbs

In den letzten Jahren können wir sehen, wie sich etliche Endzeitprophezeiungen auf bemerkenswerte Weise erfüllen. Es ist spannend, packend und glaubensstärkend, das zu beobachten. Es hat aber auch etwas Ernstes, denn jede eingetroffene Vorhersage sagt uns, dass auch die verbleibenden prophetischen Ereignisse bald folgen werden.

„Schöne“ Aussichten?

Es gibt eine Weissagung aus Offenbarung 13, mit der sich manche Christen lieber nicht auseinandersetzen wollen:

1 Und ich sah aus dem Meer ein Tier aufsteigen, das sieben Köpfe und zehn Hörner hatte und auf seinen Hörnern zehn Kronen, und auf seinen Köpfen einen Namen der Lästerung … 3 Und die ganze Erde sah verwundert dem Tier nach … 15 … dass alle getötet wurden, die das Bild des Tieres nicht anbeteten. 16 Und es bewirkt, dass allen, den Kleinen und den Großen, den Reichen und den Armen, den Freien und den Knechten, ein Malzeichen gegeben wird auf ihre rechte Hand oder auf ihre Stirn, 17 und dass niemand kaufen oder verkaufen kann als nur der, welcher das Malzeichen hat oder den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens.

Ähnliches Foto

Da kann einem schon mulmig zumute werden! Die Bibel sagt hier voraus, dass es unter der Führung des Antichristus zu einem Bündnis religiöser und politischer Mächte kommen wird, das die Welt in einen Hexenkessel von Not und Trübsal stürzen wird. Es wird eine Zeit der Bedrängnis sein wie noch nie zuvor auf der Erde (Daniel 12,1). Einige Bibelkenner glauben sogar, diese Trübsal werde selbst die schlimmsten Vorstellungen noch übersteigen.

Bei so düsteren Zukunftsaussichten kann man verstehen, wenn manch einer sich mit der Endzeit gar nicht erst beschäftigen will. Viele, die mehr darüber erfahren wollten, bekamen so große Furcht vor der Terrorherrschaft des Tieres, dass sie zur leichten Beute für falsche Auslegungen wurden. Die bekannte Irrlehre von einer Entrückung vor der Zeit der Trübsal wirkt vor dem Hintergrund von Harmagedon und dem Malzeichen des Tieres ziemlich attraktiv. Aber Unwissenheit und falsche Lehren führen letztlich auch nur zu Verzweiflung und Verlorenheit; unter dem schneidenden Sturmwind der letzten Drangsal werden sie wie ein Schurz aus Feigenblättern vertrocknen und zerbröseln.

Der Wunsch nach Frieden und Sicherheit ist verständlich. Die Wenigstens von uns, wenn sie darüber nachdenken, fühlen sich fähig, für Gott und die Wahrheit geradezustehen, wenn Dämonen die Erde stürmen. Doch trotz dieser natürlichen Ängste und Aversionen dürfen wir uns nicht an „Friede, Friede, es hat keine Gefahr“-Versprechungen hängen, die nicht auf das sichere Wort Gottes gegründet sind. Einerseits dürfen wir uns auf Gottes Liebe für Sünder und die wahre Sicherheit konzentrieren, die ich erhalte, wenn ich Ihn zu meinem Herrn und Heiland mache; andererseits sollen wir auch die Warnungen des Geistes über die letzte Zeit beachten.

Was wir vor allem ernstnehmen sollten, ist die biblische Warnung vor der Anbetung des Tieres. Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache: Wer immer das Tier anbetet, verliert das kostbare ewige Leben mit Jesus in einer herrlichen neuen Welt (Offenbarung 13,8). Die fürchterlichen und extrem schmerzhaften sieben letzten Plagen fallen auf ihn (Offenbarung 16,2). Und schließlich wird seine Existenz in den Feuern der Hölle endgültig ausgelöscht (Offenbarung 14,9-11). Keine Frage – niemand von uns will am Ende zu denen gehören, die das Tier anbeten.

Aber wie können wir das sicher vermeiden? Denken wir daran: Die allermeisten Menschen werden dem verfallen. Offenbarung 13,3 sagt, dass „die ganze Erde hinter dem Tier herstaunte“.

Zu wissen, wer dieses Tier ist, ist hilfreich, aber keine Garantie, ihm zu entkommen. Judas wusste auch, dass Jesus der Messias war, und dennoch verriet er ihn. Genauso werden auch viele Prophetiekundige sich letztendlich auf die Seite des Tieres schlagen. Wissen allein reicht eben nicht. Aber wie können wir, wenn der Staub sich gelegt hat, zum Lager der Gewinner gehören? Wer wird das Tier anbeten? Und was können wir heute dafür tun, einmal nicht Teil jener Gruppe zu sein?

Die letzte Auseinandersetzung

Punkt eins ist: Wir müssen verstehen, dass die letzte Auseinandersetzung sich um Anbetung dreht. Die gesamte Erde wird in zwei Lager geteilt sein: Anbeter des Tieres und Anbeter des Schöpfers. Die Frage, an der sich die Welt scheidet, wird lauten: Betest du das Geschöpf an oder den Schöpfer? Und jeder Einzelne muss an dieser Stelle eine Entscheidung treffen. Wie wird die ganze Erde dazu gebracht werden, zwischen Geschöpf und Schöpfer zu wählen? Die Bibel sagt eine Zeit voraus, wo das Tier immense politische Autorität gewinnen und diese Machtposition dazu nutzen wird, die Anbetung der Menschen zu erzwingen. Wer sich weigert, kommt unter einen Wirtschaftsboykott und wird schließlich zum Tode verurteilt.

15 Und es wurde ihm gegeben, … dass alle getötet wurden, die das Bild des Tieres nicht anbeteten. 16 Und es bewirkt, dass allen … ein Malzeichen gegeben wird … 17 und dass niemand kaufen oder verkaufen kann als nur der, welcher das Malzeichen hat oder den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. (Offenbarung 13)

Während das Tier seine Anbetung mit Gewalt durchsetzen will, warnt Gott die Menschen gnädig vor dem Tier und drängt sie, ihn als den Schöpfer anzubeten:

6 Und ich sah einen anderen Engel inmitten des Himmels fliegen, der hatte ein ewiges Evangelium zu verkündigen denen, die auf der Erde wohnen, und zwar jeder Nation und jedem Volksstamm und jeder Sprache und jedem Volk. 7 Der sprach mit lauter Stimme: Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen; und betet den an, der den Himmel und die Erde und das Meer und die Wasserquellen gemacht hat! … 9 Und ein dritter Engel folgte ihnen, der sprach mit lauter Stimme: Wenn jemand das Tier und sein Bild anbetet und das Malzeichen auf seine Stirn oder auf seine Hand annimmt, 10 so wird auch er von dem Glutwein Gottes trinken, der unvermischt eingeschenkt ist in dem Kelch seines Zornes, und er wird mit Feuer und Schwefel gepeinigt werden vor den heiligen Engeln und vor dem Lamm. (Offenbarung 14)

Das Szenario ist klar. Am Ende der Zeit gerät die gesamte Menschheit in das Spannungsfeld zweier kosmischer Kräfte. Es gibt keine Grauzone und keine Neutralität. Jeder muss sich entscheiden, wem er dienen und wen er anbeten will.

Der Kampf um die Anbetung

Dieser letzte große Kampf um die Anbetung ist das gewaltige Finale eines langen Dramas, das bereits vor der Erschaffung des Menschen im Himmel begann. Der Erzrebell, ein geschaffenes Engelwesen, begehrte den Thron Gottes, und so erklärte das Geschöpf seinem Schöpfer den Krieg. Luzifer glaubte, seine überragende Schönheit und Intelligenz würden ihn zu einem besseren Herrscher über das Universum machen als Gott.

12 Wie bist du vom Himmel gefallen, du Glanzstern … 13 Und du, du sagtest in deinem Herzen: „Zum Himmel will ich hinaufsteigen, hoch über den Sternen Gottes meinen Thron aufrichten und mich niedersetzen auf den Versammlungsberg im äußersten Norden. 14 Ich will hinaufsteigen auf Wolkenhöhen, dem Höchsten mich gleichmachen.“ (Jesaja 14)

Listig und unerkannt lancierte er eine Kampagne zur Gewinnung von Anhängern und konnte erfolgreich ein Drittel der Engelscharen auf seine Seite ziehen (Offenbarung 12,4-9). Diese geschaffenen Engel verlangten dieselbe Verehrung wie der Schöpfer und wollten sich mit Gewalt auf Gottes Thron boxen. Gott blieb nichts anderes übrig, als drastische Maßnahmen zu ergreifen. In Offenbarung 12,7 lesen wir: „Es entstand ein Kampf im Himmel.“ Um die Existenz des Universums zu schützen, wurden Satan und seine Engel von Gott aus dem Himmel ausgestoßen.

Doch das war erst der Anfang von Satans Feldzug um Anbetung, der Jahrtausende lang andauern und Millionen das Leben kosten sollte. Nachdem er auf die Erde geworfen war, stiftete er Adam und Eva dazu an, ihn anzubeten und ihm zu dienen. Und wenn wir diese Prüfung unserer Ureltern richtig verstehen, wird auch klar, wie wir die Anbetung des Tieres in der letzten Zeit vermeiden können.

Weshalb aß Eva die Frucht vom verbotenen Baum? Es war schlicht mangelndes Vertrauen gegenüber Gott. Sie glaubte der Schlange mehr als ihrem Schöpfer. Auch Adam misstraute Gott, aber im Gegensatz zu Eva ließ er sich nicht betrügen (1. Timotheus 2,14). Adam traf seine Entscheidung für die verbotene Frucht bewusst und überlegt. Er konnte sich ein Leben ohne Eva nicht vorstellen. Schlimmer noch, er traute Gott nicht zu, trotzdem eine gute Lösung für Evas Ungehorsam zu finden, die Adams ewiges Glück nicht trüben würde.

Das Misstrauen unserer ersten Eltern führte sie in den Ungehorsam, und dieser Ungehorsam wurde zu einem Akt der Anbetung der Schlange. Denn Anbetung und Gehorsam sind das Gleiche.

Wisst ihr nicht: Wem ihr euch als Sklaven hingebt, um ihm zu gehorchen, dessen Sklaven seid ihr und müsst ihm gehorchen …? (Römer 6,16)

Als Jesus vom Teufel versucht wurde, niederzufallen und ihn anzubeten, machte er deutlich, dass Anbetung und Gottesdienst wie Zwillinge sind:

Weiche, Satan! Denn es steht geschrieben: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen!“ (Matthäus 4,10)

Als Adam und Eva den Lügen der Schlange mehr Glauben schenkten als Gottes Anweisung, verfielen sie in die Anbetung des Geschöpfes. Sie beteten wahrhaftig „das Tier“ an. Der letzte Konflikt auf der Welt bringt den Menschen also wieder ganz an den Anfang zurück, zur selben Prüfung wie Adam und Eva: Gehorsam und Anbetung für das Tier oder für den Schöpfer? Sowohl die erste als auch die letzte Prüfung der Menschheitsgeschichte beinhalten dieselben Elemente: die Schlange und ihre Lügen, Anbetung, Gehorsam oder Ungehorsam sowie als Strafe die Vertreibung aus dem Reich Gottes. Der Pfad des Menschen zurück zum Lebensbaum führt letztlich auf die Spuren unserer Ureltern und durchläuft den gleichen Test: Habe ich so viel Vertrauen zu Gott, dass ich ihm gehorche? Nur vertrauensvoller Gehorsam gegenüber Gottes Willen wird uns die Perlentore öffnen.

Glückselig sind, die seine Gebote tun, damit sie Anrecht haben an dem Baum des Lebens und durch die Tore in die Stadt eingehen können. (Offenbarung 22,14)

Adams und Evas Anbetung des Tieres ist der Grundstein jedes falschen Gottesdienstes. Welche falsche Religion wir auch betrachten, das Grundübel ist immer Misstrauen und Ungehorsam gegen Gott. Paulus hebt diesen Punkt in Römer 1 hervor:

21 Denn obgleich sie Gott erkannten, haben sie ihn doch nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt, sondern … 25 die Wahrheit Gottes mit der Lüge vertauscht und dem Geschöpf Ehre und Gottesdienst erwiesen anstatt dem Schöpfer …

Immer wenn wir eine biblische Wahrheit verstehen, aber nicht dankbaren Herzens ausleben, verehren wir das Geschöpf statt den Schöpfer, denn wir setzen unsere eigenen Ansichten und Empfindungen über den offenbarten Willen unseres Schöpfergottes.

Säkularer Humanismus

In der heutigen Gesellschaft ist die falsche Religion der Selbstanbetung zum Normalfall geworden. Das Kind hat sogar einen Namen: Humanismus. Gott hat die humanistische Bewegung bereits vor Tausenden von Jahren vorhergesehen. In der Prophetie wird sie vom Südkönig (Daniel 11,40) und dem Tier aus dem Abgrund verkörpert (Off 11,7-10). Die Französische Revolution erfüllte diese Weissagung, indem sie die menschliche Vernunft vergötterte und damit das Fundament für die Pseudoreligion des säkularen Humanismus legte. Der Glaube, der Verstand des Menschen könne die wesentlichen Fragen und Bedürfnisse des Lebens zufriedenstellend beantworten und es gebe weder Gott noch moralische Absoluta, ist Dreh- und Angelpunkt des Humanismus. Diese Weltanschauung hat die Menschheit seit 1790 bis heute weitgehend geprägt. Nach Offenbarung 11,8 hat sie zwei Hauptmerkmale: Ägyptens atheistische Leugnung des wahren Gottes und Sodoms Unmoral.

Der Atheismus und die Unmoral des säkularen Humanismus haben in der westlichen Welt enorm an Boden gewonnen. Die meisten Regierungsprogramme, Universitäten, öffentlichen Schulen, die Homosexuellen-Bewegung usw. sind vom Humanismus geprägt. Die Folge ist, dass diese Länder dieselben Sturmwinde des moralischen Niedergangs ernten wie das Frankreich der Revolution. Weil das moralische Gewebe immer mehr ausdünnt, lösen sich die Nähte der Gesellschaft auf.

Die gegenwärtige Epidemie von Homosexualität, Ehebruch, Verbrechen und sonstigen entwürdigenden Handlungen braucht uns nicht zu überraschen. Laut Bibel sind diese Zustände das unvermeidliche Resultat, wenn der Mensch seinen Verstand über Gottes Wahrheit stellt.

28 Und gleichwie sie Gott nicht der Anerkennung würdigten, hat Gott auch sie dahingegeben in unwürdige Gesinnung, zu verüben, was sich nicht geziemt, 29 als solche, die voll sind von aller Ungerechtigkeit, Unzucht, Schlechtigkeit, … 31 … lieblos … 32 Obwohl sie das gerechte Urteil Gottes erkennen, dass die des Todes würdig sind, welche so etwas verüben, tun sie diese Dinge nicht nur selbst, sondern haben auch Gefallen an denen, die sie verüben. (Römer 1)

Religiöser Humanismus

In den letzten Jahrzehnten wird immer deutlicher, dass auch die christlichen Kirchen sich dem alles durchdringenden Einfluss des Humanismus nicht entziehen können. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Amerika (ELCA) forderte ihre Mitglieder bereits 1991 in dem Dokument „Menschliche Sexualität und christlicher Glaube“ auf, Vorurteile gegen Homosexuelle neu zu bewerten, und stellte fest: „Was wir persönlich anstößig finden, muss nicht unbedingt sündig sein.“ Weiter hieß es: „Wir müssen unterscheiden zwischen dem moralischen Urteil über gleichgeschlechtliche Handlungen zu biblischen Zeiten und zu unserer Zeit.“ Die Arbeitsgruppe zur Erstellung des Dokumentes äußerte zur Veröffentlichung der Ausgabe von 1993, sie

anerkennt, dass viele Lutheraner die biblische Verurteilung der Homosexualität wörtlich verstehen … Trotzdem fordert die Arbeitsgruppe die Lutheraner auf, diese Einstellung zu hinterfragen. Sie argumentiert, „verantwortliche Bibelauslegung“ würde die Akzeptanz und sogar den Segen gleichgeschlechtlicher Partnerschaften stark unterstützen, und betont, ihre Ausführungen entsprächen dem vorrangigen biblischen Gebot, „deinen Nächsten zu lieben wie dich selbst“. (David Briggs, „Lutheran Sex Study Finished“, The Associated Press, 20.10.1993)

Auch die Evangelisch-methodistische Kirche hat schon vor 25 Jahren in ihren Gremien darüber beraten, ob Homosexualität Sünde ist. Zwar wurden Anträge, die strikte kirchliche Haltung zu Homosexualität zu lockern, abgelehnt, doch war sich der Ausschuss von 1991 einig, dass biblische Aussagen über sexuelle Praktiken nicht als verbindlich angesehen werden sollten, „nur weil sie in der Bibel stehen“ (Russell E. Richey, Kenneth E. Rowe, The Methodist Experience in America II, 679).

Am schnellsten hat sich wohl die Vereinigte Kirche Christi vom Wort Gottes entfernt. Sie gestattete Homosexuellen bereits damals die Ordination zum Pastorendienst. Und natürlich sind die Entwicklungen und Auflösungserscheinungen in den diversen Glaubensgemeinschaften seitdem nicht stehengeblieben.

Die Stellung zur Homosexualität ist nur ein Punkt von vielen, wo die Kirchen ihre eigenen Argumente über Gottes Gebote stellen. Obwohl sie zahlreiche aufrichtige und engagierte Mitglieder haben, sind diese kirchlichen Organisationen genauso dem Humanismus verfallen wie die Welt. Sie praktizieren lediglich „religiösen Humanismus“ statt „säkularen Humanismus“. Das Schlimme ist, dass als Christen verkappte Humanisten am Ende ebenso zu denen gehören werden, die im Gericht zu Jesus sagen:

Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht? (Matthäus 7,22)

Traurig wird Jesus ihnen antworten: „Weicht von mir, ihr Gesetzlosen!“ Zu spät werden sie erkennen, dass religiöser Humanismus niemanden retten kann.

Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. (Matthäus 7,21)

Ein anderer Bereich, in dem die Kirche unverhohlen humanistischen Prinzipien folgt, ist die Heiligung des Sonntags als Anbetungstag. Die Bibel sagt deutlich, dass der Siebenten-Tags-Sabbat (Samstag) der Tag ist, an dem Gottes Volk zum wöchentlichen Gottesdienst zusammenkommen soll, und dass die Sonntagsfeier nicht auf Gottes Wort beruht, sondern auf menschlichen Traditionen. In seinem Buch Plain Talk About the Protestantism of Today räumt Monsignor Louis Segur ein, dass die Sonntagsheiligung

nicht nur ohne Grundlage in der Bibel ist, sondern in eklatantem Gegensatz zu ihrem Wortlaut steht, wonach am Sabbat zu ruhen ist, d. h. am Samstag. (S. 213)

In gleicher Weise äußern sich andere katholische Verfasser:

Das Wort ‚Sabbat‘ heißt Ruhe und bezeichnet Samstag, den siebten Wochentag. Warum halten Christen dann den Sonntag anstelle des in der Bibel erwähnten Tages? … Die Kirche hat in ihren Anfängen den Feiertag vom Samstag auf Sonntag verlegt … aufgrund der Autorität der katholischen Kirche, nicht eines ausdrücklichen Bibeltextes. (John A. O’Brien, The Faith of Millions, 472)

Wir feiern Sonntag statt Samstag, weil die katholische Kirche die Heiligkeit des Samstags auf den Sonntag verlegt hat. (Peter Geiermann, The Converts Catechism of Catholic Doctrine, 50)

Natürlich bringen Nichtkatholiken andere Argumente für ihre Sonntagsfeier vor. Aber die historischen und biblischen Fakten sind hartnäckig. Ohne Frage bestätigen sie die Aussagen dieser katholischen Schreiber. Die katholische Kirche hat den Gottesdiensttag verändert, und zwar ohne biblische Berechtigung. Bei allem Respekt: Sonntaghaltende Kirchen und Pastoren, die wohlklingende Argumente ersinnen, warum das vierte Gebot nicht mehr beachtet werden muss, folgen einer Logik, die so fadenscheinig ist wie Spinnweben. Alle Begründungen, die der Mensch für Ungehorsam vorbringen mag, haben eines gemeinsam: Sie sind humanistisch. Sie stellen menschliche Vernunft über Gottes klare Anordnung.

Das humanistische „kleine Horn“

Gott will, dass wir einen großen Bogen um den Humanismus machen. Er hat uns vor seiner tödlichen Wirkung gewarnt und gezeigt, wie er die Christenheit infiltrieren würde. Durch das Symbol eines kleinen Horns hat Gott vorausgesagt, dass der Antichristus Humanist sein würde.

Während ich auf die Hörner achtete, siehe, da stieg ein anderes, kleines Horn zwischen ihnen empor … und siehe, an diesem Horn waren Augen wie Menschenaugen und ein Mund, der große Worte redete. (Daniel 7,8)

Beachten wir: Dieses kleine Horn hat nicht die „Augen des Heiligen Geistes“ wie etwa das Lamm (Offenbarung 5,6), sondern „Menschenaugen“. Mit anderen Worten: Dem Antichristus fehlt es an echter geistlicher Wahrnehmung. Er sieht das Leben ganz aus der menschlichen Perspektive.

Sein Kriterium für Wahrheit ist „Was denke ich?“, nicht „Was sagt Gottes Gebot?“. Das ist antichristlich. Jesus hat gelehrt, dass unser Wille dem Willen Gottes unterstellt sein muss. Zu seinem Vater betete er: „Nicht wie ich will, sondern wie du willst!“ (Matthäus 26,39)

Ein Christ möchte gerne mit Gottes Augen sehen (2. Korinther 4,18). Seine Entscheidungen fällt er nicht einfach nach irdischen Maßstäben, sondern vor allem auf der Grundlage von Gottes Wahrheit und souveränem Willen. Ein Christ stellt nur zwei Fragen: „Was ist Gottes Wahrheit?“ und „Was hat er versprochen?“ Dann gehorcht er dem einen und nimmt gleichzeitig das andere in Anspruch.

Weil der Antichristus alles aus humanistischer Sicht betrachtet, ergreift er einige ziemlich dreiste Maßnahmen. Er gibt Erklärungen ab, die Gottes Wahrheit widersprechen.

Er wird Worte reden gegen den Höchsten … und er wird danach trachten, Festzeiten und Gesetz zu ändern … (Daniel 7,25)

Der ultimative Ausdruck seines Humanismus ist, dass er den Menschen einredet, Gottes Gesetz habe sich geändert. Seine besonderen Attacken gelten jenen Geboten, die Gott als Schöpfer erhöhen – wie das zweite und vierte Gebot. Das zweite Gebot verbietet, Bilder zu hauen und sich vor ihnen niederzubeugen. In seinem Jahrtausende alten Krieg gegen den Schöpfer hat der Teufel das kleine Horn benutzt, um dieses Gebot ins Visier zu nehmen. Im Mittelalter hat die Papstkirche das zweite Gebot verletzt und die Bilderverehrung ins Christentum eingeführt. Heute lässt der katholische Katechismus dieses biblische Gebot ganz aus und wendet die Menschen so von ihrem Schöpfer ab.

Ein weiteres Gebot, das vom kleinen Horn „geändert“ wurde, ist das vierte Gebot, das gleichfalls Gott als Schöpfer hervorhebt. Es setzt der Schöpfung ein Denkmal, indem es den Siebenten-Tags-Sabbat (Samstag) zum Tag der Anbetung und der Ruhe von weltlichen Aktivitäten bestimmt. Wir haben bereits gesehen, dass das Papsttum sich offen dazu bekennt, diese verwegene Änderung initiiert zu haben. Es ist erstaunlich, wie erfolgreich das Papsttum den Leuten den Gedanken eingepflanzt hat, Zeiten und Gesetze hätten sich geändert. Fast die gesamte Christenheit hat die Verschiebung des Siebenten-Tags-Sabbats auf Sonntag, den ersten Wochentag, übernommen (wenn auch vielen Christen das nicht bewusst ist).

Auch der Apostel Paulus wusste um das humanistische Fundament des Antichristus:

3 Lasst euch von niemand in irgendeiner Weise verführen! Denn es muss unbedingt zuerst [vor der Wiederkunft] der Abfall kommen und der Mensch der Sünde geoffenbart werden, der Sohn des Verderbens, 4 der sich widersetzt und sich über alles erhebt, was Gott oder Gegenstand der Verehrung heißt, sodass er sich in den Tempel Gottes setzt als ein Gott und sich selbst für Gott ausgibt. (2. Thessalonicher 2)

Der Mensch der Sünde, der Antichristus, setzt sich an Gottes Stelle über die Kirche. Er erklärt, er sei selbst Gott und habe die Macht, Lehren aufzustellen, selbst wenn sie der Bibel widersprechen – was wiederum Humanismus ist: Der Mensch beansprucht für sich höhere Autorität als Gott.

Gottes wahre Gläubige

Zum Glück hat Gott noch immer in allen Kirchen Menschen, die ihm bedingungslos vertrauen und gehorchen. Er hat sogar eine maßgeschneiderte Botschaft, um jeden vor den Kompromissen gegen die Wahrheit und vor den Angriffen auf ihn als Schöpfer zu warnen. Diese Warnung, die Dreiengelbotschaft, findet sich in Offenbarung 14,6-12.

Die erste Engelsbotschaft fordert die Menschen auf, Gott als Erschaffer von „Himmel und Erde, Meer und Wasserquellen“ anzubeten (Vers 7). Gott möchte, dass die Kompromisse des Mittelalters wieder rückgängig gemacht werden. Er will, dass die Menschen alle seine Gebote befolgen – besonders die, welche ihn als Schöpfer ehren. Aber gehorchen können wir nicht aus eigener Kraft. Gehorsam muss aus dem Glauben an Jesus kommen.

Mal ehrlich: Der Samstag ist einer der geschäftigsten Tage der Woche. Deswegen braucht es auch eine besondere Glaubensbeziehung mit Gott, diesen Tag im Gehorsam heiligzuhalten. Weil echter Gehorsam immer dem Glauben an Jesus entspringt, wird die Dreiengelbotschaft auch „das ewige Evangelium“ genannt (Vers 6).

Diese Dreifachbotschaft ruft alle zur Gerechtigkeit aus Glauben auf. Gerechtigkeit bedeutet einfach „das Rechte tun“ – tun, was Gott geboten hat. Diese Gerechtigkeit kommt von Christus, durch den Glauben. Und Glaube ist etwas Aktives. Der Glaube „wirkt“.

21 Willst du aber erkennen, du nichtiger Mensch, dass der Glaube ohne die Werke tot ist? 21 Wurde nicht Abraham, unser Vater, durch Werke gerechtfertigt, als er seinen Sohn Isaak auf dem Altar darbrachte? 22 Siehst du, dass der Glaube zusammen mit seinen Werken wirksam war, und dass der Glaube durch die Werke vollkommen wurde? (Jakobus 2)

Der Glaube wirkt Liebe.

Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe wirksam ist. (Galater 5,6)

Was Gott tatsächlich mit dem ewigen Evangelium der drei Engel aus Offenbarung 14 erreichen möchte, sind gerechte Menschen, die gelernt haben, ihn zu lieben und ihm zu gehorchen. Gottes Liebe muss ihr Leben prägen und alle ihre Entscheidungen bestimmen. Sie werden ihrem Schöpfergott gehorchen, weil sie wissen, dass er sie liebt und ihre Anbetung und ihren Gehorsam verdient.

Auf diese Weise Gerechtigkeit aus Glauben auszuleben, ist wozu Gott uns in dieser Stunde der Weltgeschichte – der Stunde des Gerichts – auffordert. Die erste Engelsbotschaft lautet:

Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen; und betet den an, der den Himmel und die Erde und das Meer und die Wasserquellen gemacht hat! (Offenbarung 14,7)

In dieser Gerichtszeit, die nach dem prophetischen Wort Jesu Wiederkunft direkt vorausgeht, leben wir heute. Beachten wir, dass Gott von uns in dieser Zeit als Schöpfer verehrt werden möchte. Was heißt das ganz praktisch im Alltag? Petrus erklärt es so:

17 Die Zeit ist da, dass das Gericht beginnt beim Haus Gottes … 19 Daher sollen auch die, welche nach dem Willen Gottes leiden, ihre Seelen ihm als dem treuen Schöpfer anvertrauen und dabei das Gute tun. (1. Petrus 4)

Gott möchte, dass sein Volk in dieser Gerichtszeit erlebt, was es heißt, ihm als Schöpfer ganz zu vertrauen und sich ihm zu übergeben, indem man seinen Willen tut. Er will, dass sie von seiner Treue überzeugt sind und diese Überzeugung im Gehorsam ausleben. Solche Menschen nennt Gott „Heilige“.

Hier ist das standhafte Ausharren der Heiligen, hier sind die, welche die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus bewahren! (Offenbarung 14,12)

Die Heiligen wissen aus Erfahrung, dass Gott seine Versprechen hält. Sie haben gelernt, dass er sie ohne Vorbedingungen liebt. Er nimmt sie an, wie sie sind, und schenkt ihnen die Kraft, zu überwinden und zu gehorchen. Gottes Heilige sind zu der festen Überzeugung gelangt, dass Gott ein treuer Schöpfer ist.

Und wie zeigt sich so ein Glaube und Vertrauen? Jeder von uns wird Tag für Tag mit der Situation konfrontiert, dass er zwar weiß, was Gott will, aber zum Gegenteil versucht wird. Ein konkretes Beispiel, wie ein Mangel an Glaube und Vertrauen sichtbar werden kann: Nehmen wir an, jemand erhält ein Stellenangebot, das mit christlichen Maßstäben nicht vereinbar ist. In dieser Versuchung denkt er sich: „Ich brauche Arbeit, und diese Stelle ist frei. Soll ich sie annehmen? Sonst kann ich meine Rechnungen nicht bezahlen. Mein Haus könnte versteigert werden. Arbeitslosigkeit würde meine Ehe unnötig belasten. Ohne Job geht es einfach nicht.“

Solche Überlegungen schließen den allmächtigen Gott von der Gleichung aus. Sie kreisen um das Problem statt um Gott. Wie Elisas Diener sehen sie nur den Feind und nicht Gottes Engelscharen, die uns von allen Seiten umgeben, um uns Hilfe und Befreiung zu bringen (2. Könige 6,8-17).

Leider stehen viele in der Gefahr, denselben Fehler zu begehen. Wir gehen am Sabbat in den Gottesdienst, aber in der Woche leben wir nach dem, was unser Verstand uns vorgibt.

Hier ein Punkt, an dem sich der humanistische Zeitgeist oft stößt: Kompromisse mit der Wahrheit sind grundsätzlich inakzeptabel. Warum? Weil der Kompromiss nicht glaubt, dass Gott sich ausreichend um uns kümmern kann. Er bringt zum Ausdruck, Gott sei nicht vertrauenswürdig. In was für ein Licht stellen wir Gott, wenn wir seine Wahrheit kompromittieren!

Gott ruft uns zu etwas anderem auf. Vergessen wir nicht: Er wird uns den Weg des Gehorsams bahnen, wenn wir geduldig auf ihn warten. Im Glauben können wir selbst in schweren Prüfungen sagen: „Ich harre auf meinen Gott, und er wird mir eine Tür aufmachen, ohne dass ich ihm untreu werde. Und bis es so weit ist, bleibe ich kompromisslos.“

Kann unser Schöpfer dem Arbeitslosen eine Anstellung besorgen, wo keine Kompromisse mit der Wahrheit von ihnen gefordert werden? Kann er dem Alleinstehenden einen gläubigen Partner zur Seite stellen? Kann er kaputte Ehen und Beziehungen heilen? Ja! Unser Schöpfer ist nicht begrenzt. Seine Macht und Möglichkeiten sind unendlich. Das Traurige ist nur, dass wir ihn viel zu oft einschränken! Wir sind ungeduldig. Wir wollen nicht warten, bis der Herr zu seiner Zeit seine Lösung bringt. In manchen Fällen mag seine Lösung sogar erst mit der Wiederkunft Jesu greifbar werden. Aber wer echten Glauben an Gottes grenzenlose Güte hat, kann selbst damit zufrieden sein.

Das Siegel Gottes

Das bringt uns zu einem sehr wesentlichen und entscheidenden Punkt, den jeder verstehen muss, der das Tier nicht anbeten will. Die Frage, wer einmal das Tier anbeten wird, betrifft nicht bloß die Zukunft. Tag für Tag treffen wir Entscheidungen, je nachdem, ob wir Gott als unserem Schöpfer vertrauen und folgen oder nicht. Die Summe all dieser Entscheidungen formt unseren Charakter. Und die letzte Auseinandersetzung zwischen dem Tier und Gott wird offenbar machen, was für einen Charakter wir entwickelt haben.

Ist dir dieser alles entscheidende Punkt klar? Er ist so praktisch und essenziell, dass wir ihn fest im Bewusstsein verankern müssen. Tagtäglich treffen wir Entscheidungen aufgrund unseres Vertrauens oder Misstrauens gegenüber Gott. Jede Entscheidung formt ein kleines Stückchen Charakter in uns. Und der letzte große Konflikt wird diesen Charakter sichtbar machen. Darum geht es beim Siegel Gottes und beim Malzeichen des Tieres!

Das Zeichen, das wir in der letzten Zeit empfangen, ob nun Gottes Siegel oder das Malzeichen des Tieres, wird äußerlich zeigen, wofür wir uns innerlich Tag für Tag entschieden haben. Wer das Siegel Gottes trägt, „hat besiegelt, dass Gott wahrhaftig“ und vertrauenswürdig ist (Johannes 3,33). Er hat gelernt, Gott als seinem Schöpfer und Regenten in den kleinen Dingen des Alltags zu vertrauen. Deshalb kann er jetzt auch den größeren Lebensprüfungen begegnen. Auf der anderen Seite haben diejenigen, die das Malzeichen des Tieres tragen, in Selbstzufriedenheit und Rebellion gelebt. Tag für Tag haben sie die sanfte, leise Stimme des mahnenden Geistes Gottes als belanglos zur Seite geschoben. Sie machten sich nicht klar, dass ihre Entscheidungen für den Ungehorsam in scheinbar „banalen Dingen“ Auswirkungen auf ihr ewiges Schicksal hatten. Weil sie nach dem Grundsatz des Tieres lebten: „Ich bin mir selbst genug“, wird es kein großer Schritt für sie sein, das Malzeichen des Tieres anzunehmen.

Täuschen wir uns nicht! Wir leben in einer Zeit, wo unsere täglichen Entscheidungen Gewicht haben. Wir haben alle einen Termin mit dem Schicksal, an dem wir den Charakter ernten werden, den unser Leben gesät hat. Jetzt ist der Zeitpunkt für jeden von uns, das Ziel anzupeilen und sich bewusst und willentlich in der Wahrheit zu verwurzeln, dass Gott Liebe ist und wir ihm gehorchen können. Wenn wir uns diese Erfahrung nicht praktisch zu eigen machen, werden wir uns zuletzt mit der großen Mehrheit der Welt unter den Anbetern des Tieres wiederfinden.

Der ultimative endzeitliche Beweis dafür, ob wir Gottes Siegel oder den Charakter des Tieres erhalten haben, wird das Halten oder Brechen des Siebenten-Tags-Sabbats sein. Dem Teufel ist der Sabbat ein besonderer Dorn im Auge, weil dieser Tag an Gottes Autorität und Recht als Schöpfer erinnert. Deswegen wird der Sabbat die sichtbare Trennlinie sein zwischen denen, die Gott beim Wort nehmen, und den Anhängern des Humanismus, die Gottes Ansprüche auf ihr Leben wegdiskutieren.

Sabbathalter verlassen Gott?

Bedauerlicherweise gibt es auch unter Gottes gebotehaltendem Volk Personen, die am Ende dem Gott des wahren Sabbats, den sie zurzeit halten, den Rücken kehren werden. Wie ist das möglich? Der Grund ist, dass sie Gott nicht zum König ihres gesamten Lebens gemacht haben. Ja, sie halten jetzt den Sabbat. Aber Gott als Schöpfer die Ehre zu geben, bedeutet mehr, als am richtigen Tag den Gottesdienst zu besuchen. Wer für sich selbst lebt, mag er auch sabbats in der Gemeinde sein, wird sich eines Tages, wenn die Zustände in der Welt den Siedepunkt erreicht haben und das Ende der Zeit bevorsteht, gegen den Sabbat wenden.

Die große Mehrheit, die Gottes gebotehaltendes Volk der Übrigen in den letzten Tagen verlassen wird, wird nicht über Nacht an diesen Punkt kommen. Sie sind schon länger ihren eigenwilligen Wegen gefolgt. Glauben einige jetzt wirklich, dass ein theoretisches Wissen über das Evangelium, den Sabbat, das Heiligtum und den Zustand der Toten sie retten kann? Mit Sicherheit ist das ein Irrglaube, wenn sie in ihrem Inneren gleichzeitig Ärger, Bitterkeit, Neid und Ungehorsam gegen Gott in Dingen, die er ihnen offenbart hat, nähren. Doch seien wir ehrlich: Wir sind alle anfällig für diesen fatalen Irrweg. Wie wichtig ist es doch, den Herrn von ganzem Herzen um die Gnade und Barmherzigkeit zu bitten, dass wir ihn wirklich über alles lieben und einen Glauben üben, der sich in konsequentem Gehorsam zeigt!

Noch wird es uns nicht schwer gemacht, Gott in allen Dingen zu folgen. Noch immer genießen wir relativen Frieden und Sicherheit. Offenbarung 7,1-4 sagt uns, dass diese friedliche Zeit den Zweck hat, Gottes Volk zu versiegeln. Wie gesagt geht es beim Siegel vor allem um die Frage, ob wir Gott im Glauben vertrauen und gehorchen. Jetzt ist der Tag, sich in der Wahrheit zu verwurzeln, dass Gott vertrauenswürdig ist. Wir können ihm gehorchen, und er wird sich um uns kümmern! Täglich schenkt Gott uns Gelegenheiten, einen christusähnlichen Charakter zu entwickeln.

Doch der Tag kommt, wenn die Winde wehen. Die Zeit der Bedrängnis, wie sie kein Mensch je erlebt hat, wird anbrechen. Dann wird sich unser Charakter zeigen – nicht entwickeln. Danken wir Gott für die täglichen Prüfungen und Schwierigkeiten, die unsere Geduld und unseren Glauben auf die Probe stellen! Es sind die größten Segnungen, die er uns geben kann, wenn wir bedenken, worauf er uns vorbereitet. Murren wir nicht über Gottes Führung! Suchen wir ihn von ganzem Herzen, und üben wir uns im Glaubensgehorsam, egal, in welchen Herausforderungen wir stecken. Denken wir daran, dass es nicht nur ein Schritt ist von der Nachfolge Gottes zur Nachfolge des Tieres, sondern eine Reise. Allmählich und kaum merklich wird sie angetreten. Aber am Schluss wird es für viele wie ein Reflex sein, das Tier anzubeten. Es ist die unvermeidliche Frucht ihrer täglichen Entscheidungen.

Auf welcher Seite werden wir am Ende stehen? Werden wir das Tier anbeten oder den Schöpfer? Die Antwort hängt davon ab, welchen Platz wir Gott in unseren täglichen Entscheidungen einräumen. Heute ist der Tag, sich zu 100 % Jesus zu weihen und ihn im Gehorsam als treuen Schöpfer zu erfahren. Werden wir dem Tier oder dem Schöpfer die Ehre geben? Wir haben die Wahl. Heute.

Quelle: www.amazingfacts.org. Leicht bearbeitet.

Aktuell sind keine Kommentare vorhanden.